Wie vor dem Boom: Hotel-Investments brauchen Spezialisten

Wie vor dem Boom: Hotel-Investments brauchen Spezialisten


Wohnen
21.05.2021 Autor/en: Andrea Back-Ihrig

Wie geht es weiter mit dem Hotelneubau in Deutschland? Von den für 2021 prognostizierten 34.000 Zimmern wurden bis Februar 2021 erst 680 fertiggestellt. Das ergab die Hotelstudie für unseren Kunden benchmark. Die Bauaktivität verlagert sich weiter auf B- und C-Standorte sowie touristisch geprägte Regionen. Auch Longstay-Konzepte profitieren.

Wie geht es weiter mit dieser aufstrebenden Assetklasse, die vor Corona bei Projektentwicklern und Investoren hoch in der Gunst stand und nun einen Dämpfer erhalten hat? Einige Hotelentwickler wollen Nutzungsänderungen vornehmen und z. B. Büroflächen statt Hotelzimmer bauen. Andere setzen seit geraumer Zeit vermehrt auf den Bau von Serviced-Apartments, die besser durch die Krise zu kommen scheinen als klassische Vollhotels. Viele sehen zudem in der Ferienhotellerie, die sich schon während der Finanzkrise wesentlich robuster als die Stadthotellerie erwies, gute Entwicklungschancen. Projektentwickler suchen nach nachhaltigen Lösungen. Angesichts dessen sortiert sich der Hotelentwicklungsmarkt gerade neu.

Aktuell entwickelt sich der Hotelmarkt wieder zu dem, was er vor einigen Jahren bereits war: ein Markt für Spezialisten. Die deutschlandweite Studie für benchmark. REAL Estate basiert auf einer Analyse der Bautätigkeit im Hotelsegment für Neubauten mit mindestens 40 Zimmern.

Da bleibt auch der Wasserkocher kalt: Ende 2020 lag die touristische Nachfrage im deutschen Beherbergungsgewerbe mit rd. 302 Mio. Übernachtungen 39 % unter Vorjahresniveau.

Das sind die zentralen Ergebnisse:

Deutlicher Rückgang des Fertigstellungsvolumens

Die Anzahl der fertiggestellten Hotelzimmer ist von rund 21.500 Zimmer im Jahr 2019 auf 20.277 Zimmer in 2020 zurückgegangen. 2021 könnte das Fertigstellungsvolumen weiter sinken. So wurden von den ursprünglich für dieses Jahr prognostizierten 34.000 Zimmern bis Februar 2021 erst 680 fertiggestellt.

Bauaktivität verlagert sich weiter

Wie schon 2019 entstanden die meisten Hotelzimmer 2020 nicht mehr in den A-Städten. B-, C-, D- und Urlaubsstandorte haben ihren Marktanteil ausgebaut. Künftig werden Hotelneuentwicklungen in deutschen Urlaubsregionen noch stärker in den Fokus der Entwickler rücken. Dies geht potenziell zu Lasten der Stadt-, Messe- und Flughafenstandorte, die durch die Pandemie stark betroffen sind. Etwa jedes zehnte in Planung bzw. im Bau befindliche Hotel mit voraussichtlicher Fertigstellung bis Ende 2022 befindet sich in einer Urlaubsregion. Schließt man die sonstigen Städte in die Berechnung ein, liegt im Jahr 2022 bereits jedes vierte geplante Hotelzimmer außerhalb der A- bis D-Städte.