Dezember: Microliving – nur ein Strohfeuer?

Dezember: Microliving – nur ein Strohfeuer?


Chart des Monats
06.12.2017 Autor: Felix Embacher

Seit Jahren wächst die Zahl der Einpersonenhaushalte, Microliving erlebt einen nie dagewesenen Boom. Doch wie nachhaltig ist dieser Trend? 

Obwohl die Einpersonenhaushalte deutschlandweit mittlerweile dominieren, stehen kaum kleinere Wohnungen zur Verfügung. Im Gegenteil: Die Kategorie Ein- und Zweizimmerwohnungen ist die am wenigsten vorkommende Wohnungsgröße. Da hat auch der klassische Neubau kaum Abhilfe geschaffen. Die Investoren von Microliving-Projekten haben reagiert. In den letzten Jahren hat sich der Markt enorm bewegt, sowohl in Bezug auf die Bautätigkeit, als auch in Bezug auf die Transaktionen.

Chart des Monats Dezember. Quelle: bulwiengesa

Rückschau

Ein Blick in die kurze Historie zeigt: Erste Transaktionen bei Serviced Apartments wurden schon 2001 verzeichnet. Seit 2006 ist ein stärkeres Investmentinteresse zu verzeichnen, seit 2014 gilt diese Assetklasse am Investmentmarkt als etabliert.

Erste Transaktionen bei Business- und Studentenapartments wurden im Jahr 2006 registriert. Zeitversetzt besteht seit 2009 ein stärkeres Investmentinteresse auch bei Serviced Apartments. Etabliert hat sich die Assetklasse Business- und Studentenapartments am Investmentmarkt ebenfalls seit 2014.

Nachhaltig oder Strohfeuer?

Klar ist: 2017 wird ein Rekordjahr. Allein im ersten Halbjahr war das Transaktionsvolumen ähnlich hoch wie im Gesamtjahr 2016. Allerdings zeigt die Grafik, dass der Microliving-Anteil am gesamten Transaktionsvolumen kaum schwankt und bei rund zwei Prozent Marktanteil sehr stabil bleibt. Wenngleich sich das Volumen in den letzten acht Jahren vervielfacht hat, schwimmt die Assetklasse Microliving also gewissermaßen im generellen Boom mit. Vergessen werden darf dabei nicht, dass diese Klasse bei Null angefangen hat.

In der gegenwärtigen Marktphase überwiegen generell die positiven Marktaussichten für Microliving. Businesspläne für Einzelprojekte oder -investments sind immer auf die lokalen Rahmenbedingungen abzustimmen. Das Managen des Bestands erfordert einen erhöhten Aufwand. Allerdings wird ein verändertes Zinsumfeld den Investorenblick zwangsläufig wieder auf etabliertere Assetklassen richten.

 

Ansprechpartner: Felix Embacher, Bereichsleiter für Masterplanungen und Sonderwohnformen, bulwiengesa, embacher [at] bulwiengesa.de