Digitalisierung bei bulwiengesa – zwei Fragen an Andreas Schulten

Digitalisierung bei bulwiengesa – zwei Fragen an Andreas Schulten


Hintergrund
07.07.2017 Autor: bulwiengesa
Digitalisierung
Digitalisierung

Der Begriff "Digitale Disruption" ist in aller Munde. Die Herausgeber des Real Estate Brand Book 2017 haben uns gefragt, was die Umwälzungen für bulwiengesa bedeuten. Geantwortet hat Andreas Schulten.

 

1. Die Immobilienwelt steht vermeintlich vor einer digitalen Disruption, die die gesamte Branche radikal verändern wird (Stichworte: Proptech, neue Geschäftsmodelle, Internet der Dinge, Cloud Services, BIM, digitale Standortanalyse, vernetzte smarte Immobilien etc.). Wie beurteilen Sie die Bedeutung dieser Umwälzungen und inwiefern betreffen sie Ihr Unternehmen?

Andreas Schulten: Die Digitalisierung gehört zu den gesellschaftlichen Megatrends und beeinflusst die Immobilienwirtschaft bereits heute erheblich. Den gesamten künftigen Einfluss auf die Branche können wir aktuell kaum vorhersagen. Wir merken seit Längerem an verschiedenen Stellen, dass Geschwindigkeit und Komplexität zunehmen. Ein Beispiel aus dem Bereich Einzelhandel: Um die Kaufkraftströme des Einzelhandels zu analysieren, wurde früher eine klar umrissene Reihe von Faktoren bewertet. Heute müssen Sie viel mehr Dinge berücksichtigen, die sich noch dazu ständig verändern – allein den Online-Handel zu quantifizieren, ist sehr komplex.

Von Unternehmensgründung an, also seit über 30 Jahren, bilden Daten unsere Geschäftsgrundlage. Da ist klar, dass für uns Digitalisierungsprozesse eine große Rolle spielen. Wir haben unsere Informationssysteme bereits so umgestellt, dass wertvolle Basisdaten für die neuen Digitalmodelle, etwa von FinTechs oder PropTechs, zur Verfügung gestellt werden können.

Um entsprechende Anpassungen umsetzen zu können, braucht man zum einen eine agile Organisation und zum anderen aber auch neue Jobprofile – beides kann man bei uns beobachten. Einen riesigen Druck, wie ihn andere Unternehmen oder Branchen haben, verspüren wir glücklicherweise nicht. Unsere Daten benötigen nach wie vor persönliche Expertise, etwa zur Interpretation. Wir hoffen, eher Profiteure der neuen Entwicklung zu sein.

2. Wie reagieren Sie in Ihrem Unternehmen auf die digitale Revolution – insbesondere in Sachen Markenführung und Unternehmenspositionierung?

Andreas Schulten: Die digitale Revolution verändert unsere gesamte Lebensweise, wie wir leben, uns versorgen, arbeiten. Das wirkt sich unmittelbar auf die Immobilienwirtschaft aus: Büro- und Industriearbeitsplätze wandeln sich, der Einzelhandel muss sich mancherorts verkleinern, neue Logistikimmobilien entstehen. Wir beobachten die unterschiedlichsten Einflussfaktoren – nicht nur die digitalen – und stützen die Entscheidungen unserer Kunden durch belastbare Analysen.

Fundierte Daten, unabhängige Beratung – genau das ist unser Markenkern. Beides bauen wir aus, mit den richtigen Menschen an Bord und einem optimistischen Blick auf die digitale Zukunft. Denn Daten werden auch in Zukunft gebraucht, das wird sich nicht ändern. Beim Immobilienmarkt haben wir es mit hoher Intransparenz zu tun und der Zugang zu Informationen ist entsprechenden schwierig. Reine Big-Data-Analytik ist aktuell noch zu fehleranfällig, die Verarbeitung von Marktdaten verlangt eine „menschliche“ Komponente. Die richtigen Rückschlüsse zu ziehen und verlässlich zu beraten ist unsere Kernaufgabe. Hier ist die „Marke bulwiengesa“ sehr gut positioniert.

 

Hinweis: Das Interview ist erstmals erschienen im Real Estate Brand Book 2017.