Beim Chef mieten – Werkswohnungsbau 2.0

Beim Chef mieten – Werkswohnungsbau 2.0


Wohnen
18.11.2020 Autor/en: Margo Lange

Der Wettbewerb um Fach- und Nachwuchskräfte sowie stetig steigende Mieten lassen den Werkswohnungsbau wiederaufleben. Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass immer mehr Arbeitgeber in Deutschland sich an alten und neuen Konzepten der betrieblichen Wohnfürsorge bedienen.

Angespannte Wohnungsmärkte entwickeln sich aus Unternehmenssicht immer stärker zu einem Hemmnis bei der Akquisition neuer Arbeitnehmer. Im Wettbewerb um Nachwuchs- und Fachkräfte rückt die betriebliche Wohnungsfürsorge wieder in den Fokus. Dank des steuerfreien geldwerten Vorteils können seit Anfang 2020 Betriebswohnungen vergünstigt angeboten werden. Primäres Ziel durch wohnungswirtschaftliche Unterstützungsangebote ist dabei Rekrutierung und Bindung von Arbeitnehmern an das Unternehmen.

Die Margarethenhöhe in Essen ist eine der bekanntesten Werkssiedlungen. Das Ziel des Krupp-Konzerns war es, attraktive Wohnungsbedingungen zu schaffen. Zunehmend bemühen sich auch heutige Arbeitgeber darum.

Wo der Werkswohnungsbau seinen Ursprung hat

Der Werkswohnungsbau in Deutschland hat seinen Ursprung während des industriellen Aufschwungs Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts im Bergbau und in der Industrie. Fehlender Wohnraum in städtischen und ländlichen Gebieten zwangen Unternehmen, als Bauherr, Eigentümer und Verwalter von Wohneinheiten für ihre Beschäftigten aufzutreten. So gehörten beispielsweise der heutigen E.ON früher einmal 152.000 Wohnungen, die 2005 für rund sieben Milliarden Euro an die heutige Vonovia veräußert wurden.

Seit den 1970er-Jahren bis zum Verkauf der Buderus Immobilien mit 1.000 Wohneinheiten Ende 2019 erfolgte der fast vollständige Verkauf von unternehmenseigenen Wohnungsbeständen. Gründe dafür waren die zeitweise entspannten Wohnungsmärkte und neue Unternehmensphilosophien, die eine Fokussierung auf der Kerngeschäft vorsahen.