November: Herber Rückschlag für Immobilienklima

November: Herber Rückschlag für Immobilienklima


Chart des Monats
02.11.2020 Autor/en: Felix Schrader

Die Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung sind groß. Dies wird auch im Immobilienklima sichtbar, das erneut absackte. Doch die einzelnen Segmente lassen sich keinesfalls über einen Kamm scheren: Während das Wohnklima noch ein positives Vorzeichen hat, sinkt das Hotelklima auf einen neuen Tiefststand.

Wie jeder Mensch können Entscheidungsträger im Immobilienbereich nicht rein ökonomisch orientiert bzw. durchrationalisiert handeln. Bei der Entscheidungsfindung fließen neben ökonomischen Fakten auch psychologische Elemente mit ein. Die gefühlte Geschäftslage ist daher von großer Relevanz – mehr denn je in Zeiten großer Unsicherheit. Das Immobilienklima basiert auf einer Befragung von 1.200 deutschen Marktexperten ähnlich des ifo-Konjunkturtests speziell für die Immobilienwirtschaft.

Aktuell zeichnet sich eine Trendumkehr des Deutsche Hypo Immobilienklima ab, nach einer spürbaren Erholung im September. Die Auswertung der 154. Monatsbefragung von rund 1.200 Immobilienexperten zeigt: Die Stimmung sank erneut, diesmal um rund 4,9 % auf nun 69,4 Punkte. Damit wurde ein neuer Tiefststand im Zuge der Corona-Krise erreicht. Ein niedrigerer Wert wurde zuletzt im August 2009 registriert. Während das Investmentklima relativ stabil blieb, sackte das Ertragsklima um 9,2 % auf 63,7 Punkte ab.

Lediglich Wohnklima mit positivem Vorzeichen

Das Wohnklima sticht aus dem allgemeinen Trend heraus und kann als einzige Assetklasse mit 133,8 Punkten eine positive Entwicklung vorweisen (+0,1 %). Im Vergleich der Assetklassen bleibt das Logistikklima weiterhin der Spitzenreiter und zeigt mit einem Rückgang von 1,7 % auf nun 138,4 Punkte nur leichte Einbußen. Zwar fällt das Handelklima nicht unter den Tiefststand vom Mai, jedoch war mit einem Minus von ca. 8,8 % ein deutlicher Rückgang auf einen Wert von nun 33,1 Punkten feststellbar. Anders das Büroklima: Die aktuelle Befragung ergab mit 63,7 Punkten (-6,3 %) den vorläufig geringsten Wert in diesem Jahr. Der niedrigste, je im Rahmen des Deutsche Hypo Immobilienklima erhobene Wert wurde unterdessen im Hotelklima erreicht. Nach einem Rückgang um deutliche 32,8 % konnten im Oktober nur noch 16,7 Punkte erreicht werden.

 

Hinweis: Lesen Sie hier den gesamten Marktbericht Oktober 2020. Wer als Akteur der Immobilienwirtschaft regelmäßig seine Einschätzung abgeben möchte, kann formlos mit Felix Schrader Kontakt aufnehmen. Wir freuen uns!

Ansprechpartner: Felix Schrader, Projektleiter bei bulwiengesa, schrader [at] bulwiengesa.de