Alles im Rahmen: Büromarkt in Deutschland

Alles im Rahmen: Büromarkt in Deutschland


Büro
24.03.2021 Autor/en: Alexander Fieback

Trotz schwerem Wirtschaftseinbruch 2020 waren auf den deutschen Immobilienmärkten viele gegenläufige Entwicklungen zu beobachten. Für den Büroimmobilienmarkt bedeutete die Pandemie zunächst abrupt: Homeoffice und Expansionsstopp. Von Disruption kann jedoch keine Rede sein. Das zeigen die Entwicklungen der Leerstände, Fertigstellungen und Bürobeschäftigten.

Um Immobilienmärkte beurteilen zu können, ist zunächst der Blick auf die Konjunktur elementar. Diese beeinflusst wie kein anderer Faktor die Entwicklung der Bürobeschäftigung und damit den Büroimmobilienmarkt. Die Konjunkturprognose von bulwiengesa prognostizierte für 2020 in Deutschland einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 5,4 %, gefolgt von einer verhaltenen Erholung 2021 (3,9 %) und 2022 (2,7 %). Das Niveau des realen Bruttoinlandsproduktes (BIP) vor der Krise wird somit erst 2022 wieder erreicht werden. Fakt ist: Von einem generellen Preiseinbruch kann keine Rede sein, im Gegenteil, die Immobilienpreise stiegen 2020 um 3,6 Prozent.

Entwicklung der Leerstandsquote
Entwicklung der Leerstandsquote

Leerstände steigen bislang nur moderat

Seit 2010 verteuerten sich die Büro­mie­ten, Leer­stände ten­dier­ten in eini­gen Städ­ten gegen null, die Büro­flä­chen­ge­su­che konn­ten kaum bedient wer­den – Angebotsknappheit und extremer Nachfragedruck waren die Schlagworte, die die Bürometropolen auch noch Anfang 2020 charakterisierten. So lagen die Leerstandzahlen in Berlin und München bei 1,3 % bzw. 1,4 %, im Durchschnitt aller A-Märkte bei rund 2,9 %. Gesunde Märkte benötigen bekanntlich Fluktuationsreserven; diese waren in vielen Märkten nicht mehr gegeben.

Im Zuge der hohen Fertigstellungszahlen und abflauender Nachfrage stiegen die Leerstände 2020 leicht an. Der derzeitige Wert von 3,4 % im Durchschnitt der sieben A-Städte weist jedoch (noch) nicht auf eine krisenhafte Entwicklung hin. Perspektivisch wird mit einsetzender konjunktureller Erholung auch eine Belebung der Nachfrage erwartet, sodass nach aktuellen Prognosen kein dramatischer Leerstandsaufbau in den A-Städte abzusehen ist.