Oktober: Neuer Trend – immer mehr Investor Developer

Oktober: Neuer Trend – immer mehr Investor Developer


Chart des Monats
01.10.2019 Autor: Andreas Schulten

Der deutsche Markt für Projektentwicklungen ist gründlich aufgemischt. Für klassische Trader Developer wird das Bauen, vor allem von Wohnungen, zusehends schwieriger. Schlägt die Stunde der Investor Developer?

Der aktuelle Kapitalmarkt, die explodierenden Grundstückskosten und gestiegene Baukosten haben den deutschen Markt für Projektentwicklungen stark verändert. Für Trader Developer, also Bauträger, die Grund erwerben, beplanen, bebauen und weiterveräußern, wird das Bauen zusehends schwieriger – besonders im Wohnsegment. Demgegenüber können Investor Developer, die sowohl bauen als auch im Bestand managen, mit ihrer höheren Bonität zusehends vorteilhaftere Finanzierungskonditionen erzielen; vor allem können sie als Partner für die Entwicklung ganzer Quartiere in der Stadtentwicklungspolitik mit Nachhaltigkeit punkten.

bulwiengesa hat in den vergangenen Monaten mehrere Studien für Investor Developer erstellt, die auf der traditionellen Projektentwicklerstudie, die gemeinsam mit dem BFW im März herausgegeben wurde, aufbaut. Das Chart des Monats zeigt eindrucksvoll das Wachstum der Investor Developer in den deutschen A-Städten: 19 Millionen Quadratmeter werden über einen Sieben-Jahres-Zeitraum (2016 bis 2023) von den neuen Investor Developern erstellt, gegenüber 28 Millionen Quadratmetern, die auf das Konto der konventionellen Trader Developer gehen. Die Relation liegt also schon bei 40:60.

Die größten Akteure unter den deutschen Investor Developern sind

ABG Frankfurt,

CA IMMO und

BUWOG,

wobei CA IMMO weitgehend im Büroimmobilienmarkt aktiv ist, ABG Frankfurt und BUWOG eher im Wohnungsmarkt. Gerade im Wohnungsmarkt sind unter den neuen Investor Developern weitere kommunale Gesellschaften zu finden. Auch die GEWOFAG in München, die GAG in Köln sowie HOWOGE und degewo in Berlin schieben rund 300.000 Quadratmeter und mehr an.

Wir glauben, dass Wohnungsneubau in Zeiten von niedrigen Zinsen, einem hohen Bedarf an Immobilienanlagen sowie politischem Druck auf sozial gerechte und modern-funktionsfähige Städte die Investor Developer weiter befördert. Es ist ein Thema, das derzeit im Wohnungsbau der sieben A-Städte bereits knapp 33 Mrd. Euro bewegt. Und für neue Büroprojektentwicklungen hat der Zyklus gerade erst begonnen. Die Gewichte der Bautätigkeit in den deutschen Städten sind im Begriff, sich zu verschieben.

 

Ansprechpartner: Andreas Schulten, Generalbevollmächtigter bei bulwiengesa, schulten [at] bulwiengesa.de