Mai: Unternehmensimmobilien – viele Mieter wollen kurze Laufzeiten

Mai: Unternehmensimmobilien – viele Mieter wollen kurze Laufzeiten


Chart des Monats
02.05.2019 Autor: Patrik Völtz

Weniger als je zuvor möchten sich deutsche Unternehmen lange an eine Immobilie binden. Der aktuelle Marktbericht der Initiative Unternehmensimmobilien zeigt: Die Mietvertragslaufzeiten sind in den letzten Jahren massiv gesunken. Nur noch knapp 5 % mieten für zehn Jahre oder länger.

Das Chart zeigt: Vor allem die langen Vertragslaufzeiten sind in den letzten Jahre signifikant gesunken. Dagegen zeigen die Flächenumsätze im vergangenen Halbjahr einen erheblichen Zuwachs der Mietverträge mit einer Laufzeit kürzer als ein Jahr. Der Anteil dieser Verträge liegt mittlerweile bei ca. 36 % und damit gut 16 % über dem langjährigen Mittel. Gemeinsam mit den rollierenden Verträgen auf Wochen- oder Monatsbasis machen diese Verträge annähernd die Hälfte aus.

Zudem haben die ehemals bevorzugten Mietvertragslängen mit mittleren Laufzeiten von drei bis fünf Jahren an Relevanz eingebüßt. Diese sind deutlich hinter dem langjährigen Mittel zurückgeblieben. In der Summe stand der langfristige Mietzeitraum ab fünf Jahren aufwärts für ca. 20 % der Flächennachfrage. Hier mag die Unsicherheit in Bezug auf die künftige wirtschaftliche Entwicklung eine Rolle spielen (Stichworte Brexit, Handelskrieg und zunehmende politische Unsicherheiten). Anscheinend schätzen Mieter Flexibilität – auch bei Vertragsbindungen – vor allem in zunehmend unsicheren Zeiten.

Und was bedeutet dieser Trend aus Vermietersicht? Zum einen sind kurzfristige Mietverträge ein gewisser Risikofaktor, denn der Cashflow wird mit dem Prädikat der zeitlichen Ungewissheit versehen – wird die Immobilie in zwei oder drei Jahren einen neuen Mieter finden? Zum anderen liegt genau in diesem Punkt auch eine der Stärken von Unternehmensimmobilien. Ihre zumeist flexiblen Flächenzuschnitte richten sich an eine breite Nutzerschaft. Speziell in guten Lagen haben Objekte mit marktadäquaten Ausstattungsqualitäten kaum mit Leerständen zu kämpfen. Unterm Strich können kurze Mietverträge aus der Perspektive der Vermieter auch dafür genutzt werden, den Mietertrag in regelmäßigen Abständen neu zu verhandeln – sei es die Mietlaufzeit oder eben auch die Miethöhe.

 

Über die INITIATIVE UNTERNEHMENSIMMOBILIEN

Der INITIATIVE UNTERNEHMENSIMMOBILIEN gehören derzeit mit Aurelis, BEOS, Corestate Capital Group, Cromwell Property Group, Frasers Property, Garbe Industrial Real Estate, Investa, SEGRO, Siemens und Sirius zehn Unternehmen an, die auf dem deutschen Markt für Unternehmensimmobilien aktiv sind. Gemeinsames Ziel ist es, die Transparenz in diesem Marktsegment zu verbessern, um den Zugang zu dieser Assetklasse zu erleichtern. Dafür ist in Zusammenarbeit mit bulwiengesa ein Reportingsystem aufgebaut worden, in dem sämtliche Transaktions- und Vermietungsdaten der Teilnehmer ausgewertet werden. Investoren und Marktbeobachter werden regelmäßig über das Volumen und die Performance des Sektors informiert. Dies geschieht vor allem in Form des Marktberichts, der halbjährlich erscheint.

Hinweis: Den Marktbericht #10, alle weiteren Marktberichte und Infos finden Sie hier.

Ansprechpartner: Tobias Kassner, Bereichsleiter für Industrie- und Logistikimmobilien bei bulwiengesa, kassner [at] bulwiengesa.de sowie Patrik Völtz, Studienleiter, voeltz [at] bulwiengesa.de