Juni: Abgekühlte Stimmung am Finanzierungsmarkt

Juni: Abgekühlte Stimmung am Finanzierungsmarkt


Chart des Monats
30.05.2018 Autor: Peer Becker

Die Finanzmärkte sind so liquide wie schon lange nicht mehr. Doch der Wert des aktuellen BF.Quartalsbarometers, das die Stimmung der gewerblichen Immobilienfinanzierer misst, rutscht in den negativen Bereich. Wie kann das sein?

Zwar spricht der Wert immer noch für einen ausgeglichenen Markt, allerdings wurde ein schlechteres Ergebnis zuletzt vor fünf Jahren registriert. Über die Gründe von damals kann nur spekuliert werden, die „Euro-Krise“ war jedoch bereits 2013 ein vielschichtiges und alarmierendes Stichwort.

Und heute? Das Geld ist „billig“ und die Finanzierungsbereitschaft ist von allen Seiten groß – Renditekompression und Anlagenotstand sind die Folge. Nicht umsonst steigen Versicherungen, Pensionskassen und Mezzanine-Kapitalgeber in unterschiedlichster Ausprägung in den Immobilienfinanzierungsmarkt ein.

Genau das scheint paradoxerweise in der derzeitigen Situation das Problem zu sein, weshalb der Barometerwert zurückgeht. Ein wichtiger Indikator, das Neugeschäft, schloss im aktuellen Quartal vergleichsweise schlecht ab. Der Grund hierfür ist die große Nachfrage, die das aktuell knapp verfügbare Angebot übersteigt. Gute Objekte werden noch seltener. Investments in A-Städten sind in den letzten Jahren immer teurer geworden, in der Folge gingen die Renditen in den Keller. Investoren weichen daher seit längerer Zeit vermehrt auf B-,C- und D-Städte oder Objekte jenseits des stabilen Core-Segments aus – zum Teil zulasten der Sicherheit.