Dezember: Coworking nicht aufzuhalten

Dezember: Coworking nicht aufzuhalten


Chart des Monats
03.12.2018 Autor: Ralf Fröba

Sie kommen aus dem Nichts. In nicht einmal fünf Jahren sind vor allem in den A-Städten zahlreiche Coworking Spaces bzw. Flexible Workspaces entstanden. Die gemeinschaftlich nutzbaren Büros sind längst nicht mehr nur für Freelancer interessant, auch Firmen oder Abteilungen mieten sich ein. Spannend: Einen Großteil der angemieteten Flächen gibt es noch gar nicht.

Die Grafik zeigt den eindrucksvollen Boom der letzten Jahre. Kein Wunder, denn der Leerstand bei Büroflächen ist in allen sieben A-Städten mittlerweile sehr niedrig. In Berlin und München, den Märkten mit dem größten Flächenmangel, liegt er aktuell bei 1,8 Prozent. Das ist viel zu wenig, um Firmen die notwendige Flexibilität für eine Vergrößerung oder auch Verkleinerung ihrer Flächen zu bieten. Immer mehr Büroflächennachfrager weichen daher, meist temporär, in vergleichsweise teure Flexible Workspaces aus. Nicht alle A-Städte stehen jedoch gleichermaßen im Fokus der Anbieter dieser Bürolösungen. So entstehen in Köln, Düsseldorf und Stuttgart kaum neue Flächen. Dagegen gibt es – wenngleich bislang nur wenige – B-Städte wie beispielsweise Nürnberg oder Leipzig, in denen ebenfalls investiert wird.

Spannend ist, wir haben es eingangs angedeutet, was die Grafik nicht zeigt: Gehandelt werden in großem Umfang Flächen, die noch gar nicht fertiggestellt sind. Etwa 250.000 qm Fläche werden von Projektentwicklern gerade erst geplant oder befinden sich in Bau; 2019 sind zahlreiche Fertigstellungen zu erwarten. Dennoch haben Betreiber diese bereits angemietet. Die verzeichneten Umsätze sind also zum Teil Projektionen in die Zukunft – weil viele neue Flächen auch über 2019 hinaus auf den Markt kommen, wird sich an diesem Trend so schnell nichts ändern. Platzhirsche in Deutschland sind hier der amerikanische Anbieter WeWork und das deutsche Unternehmen Design Offices.

Die Auslastung von bereits fertiggestellten Flächen ist hoch. Bei all den vielen neuen Coworking- und Büroflächen, die in den nächsten Jahren auf den Markt kommen, ist noch kein Überangebot zu befürchten – vorausgesetzt, es handelt sich um hochfrequentierte Lagen und Städte mit allgemeiner Angebotsknappheit.

Ansprechpartner: Ralf Fröba, Bereichsleiter Büroimmobilien bulwiengesa, froeba [at] bulwiengesa.de