April: Lukrativer, unkomplizierter – Projektentwickler mögen Gewerbe

April: Lukrativer, unkomplizierter – Projektentwickler mögen Gewerbe


Chart des Monats
03.04.2019 Autor: Ellen Heinrich

Die Wende kam 2017. Da wurden erstmals mehr Gewerbe- als Wohnflächen entwickelt. Inzwischen entwickeln auch immer mehr Wohnungsbauträger lieber Gewerbeflächen, vor allem Büros. Das immerhin sorgt dafür, dass der teilweise marktlähmende Leerstand bei Büros etwas abgemildert wird

Weniger Restriktionen, etwas höhere Renditen – das sind die wichtigsten Gründe für die Beliebtheit von Gewerbe- und vor allem Büroprojektentwicklungen (siehe auch Blogartikel vom 22.3.19). Das aktuelle Chart zur Projektentwicklerstudie 2019 macht diese Veränderungen deutlich: In den sieben A-Städten nehmen die Flächen für gewerbliche Projektnutzungen seit dem Studienjahr 2017 immer mehr zu. Die Wohnflächen in Projektentwicklungen hingegen wuchsen 2017 nur noch marginal und sinken seit 2018 sogar. Beide Trendänderungen sind seit Bestehen der Projektentwicklerstudie so erstmalig erfasst worden. 

Im Bürosegment wachsen nach jahrelangem Flächenrückgang nun zum dritten Mal in Folge die Projektflächen – diesmal um satte 23 Prozent oder 1,3 Mio. Quadratmeter. Aber auch bei Einzelhandel, Hotel oder Logistik ist ein Anstieg zu verzeichnen. Der Büroflächenzuwachs ist in allen A-Städten erkennbar, teilweise sehr stark wie beispielsweise in Berlin mit 32 Prozent bzw. 550 Tsd. qm. Der Anstieg ist überwiegend bei denjenigen Flächen zu verzeichnen, die noch in Bau oder in Planung sind.

Diese Entwicklung lindert zwar nicht die Wohnungsknappheit. Aber mit dem Büro-Bauboom in den A-Städten reagieren die Trading Developer auch auf die teilweise sehr geringen Leerstädte in den A-Städten. Die niedrigsten lagen 2018 in München mit 1,6 % und in Berlin mit 1,7 %; die höchsten Leerstände unter den A-Städten hatten mit 6,9 % Düsseldorf und mit 7,2 % Frankfurt/Main.  Die nun erkennbar steigenden Büroflächen sind erfreulich für die Märkte und tragen zu der dringend nötigen Entspannung bei.  Sorgen um so mögliche neue Überkapazitäten müssen sich Marktteilnehmen in den kommenden ein bis zwei Jahren aber noch nicht machen – so schnell ist die seit Jahren „aufgestaute“ Nachfrage nicht zu decken. Etliche Unternehmen können die wegen Flächenknappheit ständig verschobenen Flächenerweiterungen jetzt erst angehen.

Interessant ist auch, was das Chart nicht zeigt: Hier kommen noch die Projektentwicklungen der Eigennutzer dazu; seit einigen Jahren untersucht die Studie auch deren Volumen. Grundsätzlich unterscheiden sollte man zwei Arten von Entwicklern: die Trader Developer – also die „klassischen“ Entwickler mit dem Ziel, das Projekt zu verkaufen – und die Investor Developer, deren Ziel die Eigennutzung ist. Fehlende Investitionsalternativen lassen Eigenbestandsentwicklungen im Wohn-, aber auch im gewerblichen Segment weiter attraktiv erscheinen. Deshalb konnte auch im Büro-, Einzelhandels- und Hotelsegment erneut deutliches Wachstum verzeichnet werden.

Über die Projektentwicklerstudie

bulwiengesa hat zum 13. Mal den Markt für Projektentwicklungen in den deutschen A-Städten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart untersucht. Auf Basis von etwa 5.000 Einzelprojekten (davon ca. 3.200 Trading-Development-Projekte, als Excel-Liste verfügbar) wurde die Struktur und das Volumen des Projektentwicklermarkts analysiert und städteweise ausgewertet. Der Fokus liegt auf den Nutzungsarten Büro, Wohnen, Einzelhandel und Hotel. Anhand umfangreicher Projektlisten wird ein detaillierter Marktüberblick über die Akteure und ihre Projekte geliefert.

Hinweis: Die Studie erscheint Anfang April – dort sind die detaillierten Ergebnisse zu den Städten und Segmenten anhand von Charts dargestellt. Auf unserer Website finden Sie auch den Bestellschein zum Kauf der Studie bzw. der Städteberichte.

Ansprechpartnerin: Ellen Heinrich, Projektleiterin bei bulwiengesa, heinrich [at] bulwiengesa.de